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Religion

Die drei größten Religionen in China sind der Buddhismus, Konfuzianismus und Taoismus. Obwohl die Geschichte der drei Religionen sehr unterschiedlich ist, gibt es trotzdem viele Gemeinsamkeiten: die Gründer sind keine Götter, sondern Menschen und es sind eher Philosophien als Religionen.

 

Buddhismus

Buddhisten sind Anhänger von Siddhartha Gautama, eines Prinzen aus Nordindien von vor 2500 Jahren. Er förderte einen Lebensstil, der als eine Reformation des Hinduismus gedacht war. Dieser wurde als zu starr und kompromisslos angesehen. Er erreichte in seinem Leben einen Zustand der Erleuchtung, der ihm den Namen Buddha, oder ‘der Erleuchtete’ einbrachte. Teil seiner Philosophie war, dass die Existenz eines Gottes oder von Göttern nur wenig Bedeutung hatte. 
Der Buddhismus, wie auch der Hinduismus, repräsentiert den Glauben in einen Reinkarnationszyklus, dem niemand, kein Gott, nicht das Universum oder die Menschheit, entkommen kann. Er behauptet allerdings, dem Zyklus der Wiedergeburt durch ‘Nirwana’ entflohen zu sein, einem Zustand von ewiger Ruhe und Einheit mit dem gesamten Universum. Die Hauptannahme des Buddhismus ist, dass das Leben Leiden und dieses Leiden das Resultat von Verlangen ist. Buddhisten glauben, dass das Leiden durch den Sieg über das Verlangen beendet werden kann. Dies gelingt durch das Folgen des richtigen Weges im Leben. Dieser besteht aus einer bestimmten Denkweise und einem Verhaltenskodex, der dazu da ist, sein Karma zu verbessern. Karma ist eine Art laufender Kontostand aller guten und schlechten Gedanken oder Aktionen in diesem und vorherigen Leben. Das Verbessern seines Karmas resultiert in der Wiedergeburt als höheres Wesen. Letzten Endes erreicht man den Zustand des Bodhisattva, in dem das einzige Verlangen das Glück der Anderen ist. Danach erreicht man das Nirwana, ein Zustand der totalen Erleuchtung, in dem man realisiert, dass alles Existierende nur eine Illusion ist.


Taoismus

Der Gründer des Taoismus war Lao Tse, was ‘großer, alter Meister’ bedeutet. Man glaubt, dass er im Jahr 604 nach Christus geboren wurde. Es bestehen allerdings auch Zweifel, ob er überhaupt existiert hat. Man weiß nichts über ihn, nicht einmal seinen Namen. Die Legende erzählt, dass Lao Tse als alter Mann mit weißem Haar und langem Bart geboren wurde, nachdem er 82 Jahre im Bauch seiner Mitter verbracht hat.
Das Konzept des Taoismus ist ‘dao’. Das Wort an sich lässt sich nicht genau übersetzen, aber es bedeutet so etwas wie ‘der Pfad’, ‘die Straße’, aber auch ‘die Methode’ oder ‘das Prinzip’. Selbst die Chinesen finden es schwierig, dieses Konzept zu übersetzen. Ein weiterer Grundsatz ist ‘wu wei’, was “ohne Aktion” oder “schwimme mit der Flut” bedeutet. Man kann es am besten beschreiben als ein „sich auf den tiefsten Fluss des Lebens einstellen“. Der Kurs der Ereignisse des Universums wird von zwei gegenüberliegenden Polen bestimmt: Yin und Yang. Yang ist das Maskuline, das Klare und der hohe Himmel. Yin wird als das Feminine, Obskure, Passive und die unergründliche Tiefe verstanden. Ohne Yin gibt es kein Yang und ohne Yang kein Yin.


Konfuzianismus

Die Ideen von Konfuzius (5. Jahrhundert vor Christus) beeinflussen die chinesische Kultur seit 2000 Jahren.  Seine Philosophien werden hier nur kurz beschrieben. Der Konfuzianismus ist keine Religion, sondern ein praktisches, ethisches System: ein System von Recht und Ordnung. Der Philosoph wurde wie ein Gott verehrt und erhielt zahlreiche Opfergaben. Das Universum wird bestimmt von der Ordnung und dem Rhythmus der Natur: die Sonne, der Mond und die Sterne bewegen sich gemäß der Naturgesetze. Auf ähnliche Weise muss der Mensch innerhalb der Ordnung der Welt leben. Diese Idee basiert auf der Annahme, dass Menschen lernfähig sind.

Konfuzius nahm an, dass es seine strenge Hierarchie gab und definierte diese sehr klar und deutlich. Nur, wenn jedes einzelne Individuum die komplette Verantwortung für seine oder ihre Position übernimmt, kann die Gesellschaft als Ganzes funktionieren. Familienbande und soziale Pflichten waren von höchster Wichtigkeit. Zwischen Vater und Sohn (der Sohn muss dem Vater bedingungslos gehorchen), zwischen Mann und Frau (Frauen haben kaum individuelle Rechte), zwischen dem älterem und dem jüngeren Bruder, zwischen Freunden und dem Herrn und seinem Untertan. 

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