Hintergrundinformationen

Lebensgrundlagen
Marokko ist noch immer ein sehr landwirtschaftlich geprägtes Land, in dem mehr als die Hälfte der Bevölkerung auf die Landwirtschaft und die Viehzucht angewiesen sind, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. In den westlichen Küstenregionen und am Souss- Fluss gibt es moderne, großflächige Landwirtschaft, die für den Export produziert. Der Großteil der Produktion stammt jedoch noch immer von Kleinbauern. Sie produzieren hauptsächlich für die eigene Familie und verkaufen den Rest auf dem Markt. Zu den Aktivitäten auf den Bauernhöfen gehören Ackerbau, Viehzucht, Spinnen und das Verarbeiten zu Kleidung, Decken und Teppichen. Zu den Hauptagrarprodukten gehören Weizen, Hirse/ Sorghum, Hafer, Kartoffeln, Zitrusfrüchte, Oliven, Melonen, Tomaten und Gemüse. In den Bergen werden eine Kleinzahl von Nüssen, Pflaumen, Äpfeln und Birnen angebaut und die Oasen liefern große Mengen an Datteln. Vieh beinhaltet 20 Millionen Schafe, 5 Millionen Ziegen und 3 Millionen Kühe. Außerdem wird überall Geflügel gehalten, besonders Hühner und Truthähne. Bis zum heutigen Tag nutzt man Hunderttausende Esel, Maultiere und auch Pferde und Kamele für den Transport. Offiziell trägt der Agrarsektor nur 15% des Nationalproduktes bei, aber dies beinhaltet nur den gehandelten Teil der Ernte.

An der Küste ist der Fischfang eine wichtige Lebensgrundlage und die marokkanischen Fischer bringen den größten Sardinenfang der Welt mit nach Hause. Die Hauptfischerhäfen sind Tangier, Casablanca, El Jadida und Agadir. Dank der großen Phosphat- Ablagerungen ist Marokko der größte Abbauproduzent der Welt. Die Phosphate werden in der Herstellung von Kunstdünger verwendet. Es gibt auch kleine Mengen an Gas, Kohle und Öl, obwohl die geförderten Mengen bei weiten nicht ausreichen, um den Bedarf des Landes zu decken. Sogar bei Wasser kommt es zu ernsten Engpässen im Jahr. Das letzte Jahrzehnt war das Nasseste seit den Aufzeichnungen und zum ersten Mal ist das Grundwasserniveau angestiegen und nicht gesunken. Ungefähr ein Sechstel der Bevölkerung verdient durch Arbeit in der Industrie und dem Handwerk. Der Industriesektor ist einfach und verarbeitet hauptsächlich Rohmaterialien aus Landwirtschaft, Fischfang und Phosphat- Anbau. Bauprodukte für den Wohnungsbau wie Ziegel, Zement und Beton sind wichtig in einem Land, in dem die Bevölkerung zunimmt. Für Touristen ist das Handwerk interessant. Marokko hat eine der vielfältigsten Handwerksangebote der Welt, ein Sektor, der in vielen entwickelteren Ländern fast ausgestorben ist.

Geschnitztes Leder, bemaltes Porzellan, Gold- und Silberschmuck, bearbeitetes Holz und Kacheln gehören zu den wichtigsten Produkten dieses Sektors.  Mittlerweile gibt es einen beträchtlichen Bankensektor und andere Services entwickeln sich. Besonders der Reisesektor bietet eine Vielzahl Jobs und Hartwährungen, aber dieser ist nicht der stabile und zuverlässige Motor der Ökonomie, den sich das Land erhofft hat. Durch den Golfkrieg kam der Tourismus fast völlig zu erliegen, obwohl er seitdem sehr gewachsen ist. Auch die islamistischen Attacken auf die USA am 11. September 2001 sorgten für einen heftigen Rückgang. Die Bevölkerung ist unglaublich freundlich und hegt keinen Groll gegen Ausländer, was wir aus eigener Erfahrung bestätigen können. Außer dem Tourismus ist das Geld, das im Ausland lebende Familienangehörige ins Land senden, wichtig für die Wirtschaft des Landes.

Architektur
Der zentrale Ort für das Gebet in einem islamischen Land ist die Moschee, in der Gläubige zusammen kommen, um zu beten und Predigten zu hören, vor allem freitags. In Marokko sind diese heiligen Orte selten zugänglich für Nicht- Gläubige. Die Struktur und das Layout einer Moschee basieren auf einem gebräulichen Schema, dem des Hauses des Propheten in Mekka. Von außen ist das Minarett das auffallendste Element der Moschee. Von diesem Turm aus werden die Gläubigen zum Gebet gerufen. Der 800 Jahre alte Turm der Koutoubia- Moschee diente als Vorbild für viele Minarette, auch das der modernen Hassan II- Moschee. Die wichtigsten religiösen Gebäude, die Nicht- Gläubige besuchen können, sind die Koran- Schulen oder Medersa (Medressas). In diesen oft reich dekorierten Gebäuden wird seit den Anfängen des Islam Theologie und das islamische Recht unterrichtet. Die schönsten Beispiele dieser Medressas stammen aus der meridianischen Zeit. Die Wichtigsten stehen in Marrakesch, Meknès und besonders in Fès. Sehr charakteristisch für alle Gebäude in Marokko sind die kleinen Fenster und Türen – eine Reaktion auf die extreme Hitze und Kälte und Notwendigkeit sich zu schützen. In den Dörfern von vielen Teilen des Landes hat die Agadir eine zentrale Rolle gespielt. Die Agadir ist eine fast viereckige Burg mit dicken Mauern und Schießscharten, die als befestigtes Warenhaus für Getreide, Waffen und Wertsachen, als Stall für Tiere und in Kriegszeiten als Rückzugsort für die Bewohner diente. Meistens ist die Agadir auch ein Marabout, das Grab eines Heiligen. Der spirituelle Schutz ist praktisch. Das auffallendste Gebäude in den Bergen und in Südmarokko ist die Ksar (Plural: Ksour), eine rechteckige Lehmburg mit Zinnen und Wachtürmen an jeder Ecke. Manche der Ksour konnten mehrere hundert Familien aufnehmen (mehr als 1000 Menschen). In diesem Kontext trifft man oft auf das Wort ‘Kasbah’. ‘Kasbah’ ist der Oberbegriff für alle Arten von befestigten Residenzen, die es in Marokko gibt.

Kunst und Handwerk
Der Islam macht visuelle Kunst im westlichen Sinn (Gemälde, Zeichnungen und Skulpturen) durch sein Verbot, Tiere und Menschen abzubilden, nahezu unmöglich. Nur in der Literatur beweist sich mehr Freiheit. Die Kreativität hat ihren Auslass in der Dekoration von Gebäuden und Hausgegenständen gefunden. Wenn es um die Verzierung von Alltagsgegenständen wie Töpfe, Pfannen, Schmuck, Möbeln und Teppiche geht, ist Marokko eines der bemerkenswertesten Länder. In ganz Afrika gibt es kein Land, das es eine lebendigere Tradition in Kunst und Handwerk hat. Wenn du dieses Land besuchst, wird es dir viel Freude machen, durch die Werkstätten zu schlendern und die Teppiche, den Schmuck, das Porzellan und die bearbeiteten Lederprodukte zu bestaunen. 

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