Kultur in Nicaragua

Die kulturellen Unterschiede zwischen Europäern und Menschen aus Zentralamerika sind so groß, dass man darüber ein dickes Buch schreiben könnte. Nachfolgend geben wir dir ein paar Tipps, die das Verstehen der nicaraguischen Kultur einfacher machen.

Verhalten: Nicaragua ist bekannt für seine freundlichen und gesprächigen Menschen. Trotz des Elends, das viele von ihnen erfahren, haben sie doch meist ein Lächeln auf den Lippen. Die Menschen sind offen und neugierig und du kannst direkte Fragen über dein Alter, deinen Familienstand, Gewicht, Gehalt und deiner Meinung über Nicaragua erwarten. Trotz ihrer Direktheit können die Nicaraguaner umständlich sein. Ihr Verhalten hängt indirekt mit der kulturellen Idee des ​​"Gesicht wahren“ zusammen. Wenn Du jemanden etwa fragst und er/sie die Antwort nicht weiß, erfinden sie etwas oder umgehen die Frage, um sich nicht schämen zu müssen (tener pena).

Begrüßung: In Nicaragua geben sich sowohl Männer als auch Frauen bei der ersten Begegnung die Hand. Freunde oder Familienmitglieder geben einander einen Kuss. Männliche Familienmitglieder begrüßen sich oft mit einem Handschlag, gefolgt von einer Umarmung (abrazo). Wenn dich jemand anspricht, z.B. an der Bushaltestelle oder im Geschäft, beginnst du das Gespräch mit einer Begrüßung. Ein einfaches ‘buenos días’ oder ‘buenas tardes’, zusammen mit einem Lächeln, wirkt Wunder. Dein Gruß wird mit einem Gruß der Gegenseite erwidert. Danach kannst du das eigentliche Gespräch anfangen. Wenn du einen öffentlichen Raum betrittst, z.B. ein Restaurant oder einen Warteraum, solltet du ebenfalls einen allgemeinen Gruß aussprechen. Ein einfaches ‘buenos días’ oder ‘buenas tardes’ reicht. Höflichkeit ist ein wichtiger Teil jeder Interaktion in Zentral- Amerika.

Kleidung: Für die Menschen in Zentral- Amerika ist es wichtig, sauber und gepflegt auszusehen. Auch arme Menschen tun ihr Bestes, um ordentlich auszusehen. Da du genügend Geld hast, um von Europa nach Zentralamerika zu reisen, bist du in den Augen der Einheimischen reich. Du gewinnst ihren Respekt, in dem du dich gut kleidest. Dies bedeutet nicht, dass du dich in deinem teuersten Armani- Outfit zeigst. (Teuren) Schmuck lässt du lieber zuhause.  Zeige nicht zu viel Haut; dies wird nicht von jedermann geschätzt. Shorts sind für Männer und Frauen am Strand und in manchen Küstenstädten okay. Badesachen sollten nur am Strand oder am Pool getragen werden. Viele einheimische Frauen schwimmen mit einem T- Shirt über dem Badeanzug (meist, um männliche Aufmerksamkeit zu reduzieren).  Ziehe dich angemessen an, wenn du eine Kirche besuchst (Schultern und Knie bedeckt). Dies zeigt Respekt für die lokale Bevölkerung und deren Religion.

Macho- Verhalten: Der Mythos, der Männer als stark und Frauen als schwach charakterisiert, ist noch immer sehr präsent in Zentralamerika. Machoverhalten und Stolz zeigen sich oft, wenn einheimische Männer die Aufmerksamkeit einer Frau gewinnen wollen.  Alleinreisende Frauen erleben viel (unerwünschte) Aufmerksamkeit. Wenn du dies nicht magst, kannst du es am besten ignorieren. Du kannst das Problem eindämmen, in dem du dich konservativ kleidest. Auch das Tragen eines Eherings kann helfen. Vermeide dunkle Orte und einsame Strände, wenn du alleine bist. Natürlich gibt es hier auch viele ‚normale‘ Männer.

Einkaufen: Die vielen lokalen Märkte in Managua und andere Städten sind sehr interessant. Märkte wie der Roberto Huembes- Markt in Managua bieten eine Vielfalt an ‚artesanía‘, Hängematten, spanischen Sprach- CDs, Souvenirs und Kleidung. Auch zum Mercado Oriental lohnt sich ein Besuch. Er ist allerdings chaotisch und man sieht hier relativ viele sozial benachteiligte Menschen. Masaya ist bekannt für seine Hängematten und es gibt zwei Märkte mit Handarbeiten aus verschiedenen Regionen. Typische Souvenirs sind Holztöpfe/Skulpturen, Töpfereien, Speckstein- Statuen aus San Juan de Limay oder eine echte Masaya- Hängematte.

Feilschen: In Nicaragua ist Feilschen ein sozialer Sport. Beachte, das Feilschen immer angenehm sein und Spaß machen sollten. Vielleicht wirst du einmal übers Ohr gehauen oder du zahlst mehr als die Einheimischen, aber selbst dann zahlst du wesentlich weniger als in Europa. Es ist wichtig, dass du einen Preis ausmachst, bevor du in Managua in ein Taxi steigst. In anderen Städten wie León und Granada sind die Raten angemessen und kannst du einen Einheimischen fragen, was sie normalerweise zahlen. Es ist weise, dies sowieso zu tun. In Geschäften kannst du auch feilschen, in Supermärkten und Bussen sind die Preise jedoch festgelegt.

Betteln: In Nicaragua ist das Betteln für manche Menschen die einzige Art zu Überleben. Dies gilt für alte und behinderte Menschen, denen du natürlich etwas geben kannst, vor allem, wenn du siehst, dass die Einheimischen dies tun. Es gibt aber auch Menschen, die betteln, weil sie alkohol- oder drogenabhängig sind. Bei Kindern ist es im Prinzip immer besser, ihnen kein Geld, sondern Obst oder Essen zu geben. Wenn Kinder auf diese Weise ‚Geld verdienen‘ sind sie weniger motiviert, die Schule zu besuchen oder zu arbeiten.  


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